1.000 Orte (Teil II)

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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon Olle Patentante am 08.03.2010, 20:40

Bin ich froh, dass dieses Rätsel gelöst ist! Orgel, Walgesänge, sogar Nebelhörner hatte ich schon durch - nur auf Meeresorgel bin ich nicht gekommen :doh:
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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon moutardine am 09.03.2010, 17:24

PdG hat geschrieben:Die in den kriegszerstörten Uferanlagen im kroatischen Zadar wurden in der Regel hastig und lieblos in Beton wieder aufgebaut - im Hafen vojedoch baute der Steinmetz Nicola Basic ein poetisches Kunstwerk: die Meeresorgel: Der Wellenschlag des Meeres spielt sie... wirklich ein schönes Rätsel, wo hast Du das her?

soweit schon mal richtig, bravo :thumbsup: - aber ich hätte gern noch eine Erklärung zu pic N°2... :yes:
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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon PdG am 10.03.2010, 22:39

Oh weia, moutardine hat meinen Lösungspost wohl nur noch mal in Gänze zitiert, damit ich ihn korrekturlese :blush: - eine dem poetischen land-art-Rätsel völlig unangemessene Syntax :sceptical:

Das zweite pic ist Nikola Basic' anderes großes Werk, das Monument to the sun...

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... und mit guten Augen sieht die Sonne vielleicht, wenn sie scharf hinsieht, die Hommage an sie und auch die kleinen Menschen, die auf dem Werk herumkrabbeln und von ihr leben :wink:
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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon moutardine am 10.03.2010, 22:49

voilà, ce que je voulais lire... :applaus:

- genau das fehlte mir noch... klasse gelöst, your turn now! :browe1:
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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon Olle Patentante am 11.03.2010, 10:35

Ich hab da auch noch Schulden...

Wo findet man denn dieses gemütliche Eigenheim und wer wognte mal darin?


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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon moutardine am 11.03.2010, 11:16

Olle Patentante hat geschrieben:Wo findet man denn dieses gemütliche Eigenheim und wer wognte mal darin?

hätte ja auch gut in den Filme-Faden gepasst :freu:
- es ist das berühmte "Psycho-Haus", in dem also Norman Bates "gewohnt" hat - das Haus befindet sich auf dem Gelände der Universal Studios in Universal City... prima Rätsel! :applaus:
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Zitat Wikipedia:

"Norman Bates' Haus wurde von Joseph Hurley und Robert Clathworthy nach dem Vorbild einer Villa in Kent, Ohio geplant und gebaut. Sie verwendeten dafür Teile der Kulisse des Films Mein Freund Harvey von 1950. Das Haus kostete rund 15.000 Dollar und war damit der teuerste Posten der Vorproduktion. Sowohl das berühmte Psycho-Haus wie auch das Bates Motel können bis heute auf dem Gelände der Universal Studios besichtigt werden (siehe Abbildung). Das Haus ist um den Faktor 7/8 verkleinert; dadurch wirkt es (aus der Froschperspektive) kleiner; der Hügel höher und das Ensemble bedrohlicher."

PS: da ich ja nicht so ein Film-Freak bin, kam mir das Haus zwar vage bekannt vor, aber "Psycho" fiel mir nicht gleich dazu ein - bin so drauf gekommen ... :whistle:
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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon Olle Patentante am 11.03.2010, 11:26

Hihi, ich wollte ja bloß mal gucken, ob Du noch lebst :winkgrin:
Stimmt natürlich! Als ich diesen Film (so mit 13,14) zum ersten Mal gesehen habe, bin ich hinterher meiner Mutter, die gerade das Auto für den Urlaub packte, wie ein Hündchen hinterhergedackelt, so unheimlich war mir zumute - waren das noch Zeiten :whistle:
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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon PdG am 14.03.2010, 12:49

Wieviele Türme hat eine Kathedrale? :thinking:

Einen natürlich, vorne dran, sagen die zwischen Freiburg und Ulm eingeklemmten Schwarzwäldler unter uns :biggrin:
- Quark, zwei: sagen die auf ihrer sumpfigen Traveinsel hockenden Althanseaten (wir Alstersumpfhanseaten haben unsere übrigens vor 200 Jahren abgerissen - aus Kostengründen(!): Pfeffersäcke, so sind wir halt :nuts: ... hatte aber auch zwei)
- Ihr habt keine Ahnung!!! honkt es aus der alten Kaiserstadt, einen, und zwar in der Mitte! ich hab hier schließlich das Urmodell. (Die komischen Anbauten um den karolingischen Urdom zählen nicht, findet Honk zu Recht) - während auf ihrem normannischen Kreidefelsen eine Miesmuschel sitzt und irritiert die Türme links und rechts des Kanals zählt... aber zu ihrer Irritation in einem späteren Rätsel :wink:

Wer bietet mehr? - Sieben! sagt Viollet-le-Duc in seinem Dictionnaire, dem Standardwerk zum mittelalterlichen Bauen, und zeichnet uns dort den Idealtypus im vom französischen Kirchenbau geprägten Raum (d. h. auch unserer in Deutschland):

Bild Ihr könnt nachzählen :wink:

Die Kathedrale ist zwar der Inbegriff des unvollendeten Bauwerks (weiß ich! honkt es aus Narbonne, der Urlaubsstadt mit dem halben Dom), kaum eine ist nach dem ursprünglichen Plan fertiggestellt worden, aber es gibt tatsächlich eine vollendete: die ideale Kathedrale mit allen erforderlichen Türmen, diese hier (welche? viel Spaß! :wink: ):

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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon moutardine am 14.03.2010, 15:18

Lange, lustige & informative Rätseltexte sind Herrn Direktors Spezialität (siehe oben :wink: - und nein, das lös ich jetzt nicht auf, daran sollt Ihr anderen auch Euren Rätselspass haben können ; ) - ich dagegen servier Euch mal wieder einfach ein Bild ohne viel Kommentar:

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...ein Gotteshaus ist es also auch, wenn auch kein so prunkvolles wie das aus dem Direktoren-Rätsel, dennoch machen Stil & Standort es zu etwas besonderem...

na gut, hier noch ein Luftbild:

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....auf dem das unschöne Bauwerk, das noch bis vor gar nicht allzu langer Zeit die unmittelbare Nachbarschaft verunzierte, zum Glück nicht mehr auszumachen ist... :smilerolleyes:

na? :freu:
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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon PdG am 15.03.2010, 14:08

Eine schöne Kirche... das wunderbare Raffinement der Linien und Ornamentik und die Proportionssicherheit im Gesamtentwurf findet man im preußischen Klassizismus der 1. Hälfte des 19. JH, ebenso wie das souveräne Stöbern in den Schatzkammern der Stilgeschichte :wink: , in diesem Fall der lombardischen Spätromanik: Durch Schinkel, Lenné und ihr künstlerisches Umfeld wurde die Umgebung des brandenburgischen Kernlandes um Berlin und Potsdam zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk aus Parks und arkadischen Landschaften geformt, in die Schlösser, Kirchen, Dörfer, Städte idyllisch wie als Glanzpunkte hineingestreut waren.

Dazu gehört auch die Heilandskirche des kleinen Fischerdorfes Sacrow am Nordufer des Jungfernsees gegenüber von Potsdam, in den 1840er Jahren vom Schinkel-Schüler Ludwig Persius erbaut:

Bild (Persius' Entwurfszeichnung)

- Das verunstaltende Bauwerk war die Berliner Mauer: Die Grenze lief durch den Jungfernsee (der Heilandskirche gegenüber ist die Glienicker Brücke, die als Ort der Agentenaustausche zwischen den Blöcken zum Symbol des kalten Krieges wurde.) - Ich weiß allerdings nicht unbedingt, was ich scheußlicher finde: die Verschandelung des brandenburgischen Kulturerbes durch DDR-Mauer und Bröckelsichtbeton-Plattenbauten (... Potsdam ist grausam :scared1: ) oder deren bundesrepublikanische Verkleidung mit bonbonfarbenen Asbestzementplatten und die Verschandelung der Berliner Friedrichstadt durch völlig geistlose, aber um so aufdringlicher gestaltete Geschäftsbauten in Charme und Optik von gehobenen Aktenschränken... :whistle:
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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon moutardine am 15.03.2010, 16:07

... ganz genau, Herr Direktor, souverän gelöst - und das wie immer nicht mal eben kurz & knapp, sondern ausführlich-informativ - merci! :thumbsup:

- und wo ich nun schon hier bin, lös ich halt doch mal Ihr lustiges Kathedralen-Rätsel: es handelt sich um den Dom zu Limburg an der Lahn (mit dem ich gemeinsam habe, auf 'nem Felsen zu sitzen :lol: ) auf dessen wohltuend unprätentiöser Homepage unter anderem zu lesen ist:

Der Standort des Limburger Domes ist herausragend: auf dem Felsen über der Lahn, weithin sichtbar. Limburg liegt seit jeher an einer wichtigen Verkehrsstraße. Deshalb ist der Dom für viele Menschen ein vertrautes Bild. Auch wenn riesige Brücken den Auto- und Zugreisenden fast schon von oben herab auf den Dom blicken lassen, bleibt der Anblick majestätisch. Und früher? Als der Weg noch an der Lahn entlang führte, müssen Felsen und Dom, auf die der Reisende hinaufgeschaut hat, wie eine Einheit gewirkt haben: wie ein Felsendom.

Der Limburger Dom wurde 1235 eingeweiht. Seine Architektur spiegelt die Dynamik dieser Zeit wider. Sie vereinigt Elemente der bis dato vorherrschenden rheinischen Romanik sowie der vielseitigeren und technisch anspruchsvolleren Gotik, die sich von Frankreich her durchsetzte. Romanisch ist die massive wehrhafte Bauweise, gotisch der der hohe und lichtdurchflutete Innenraum.

Die spätmittelalterliche Sakralarchitektur ist reich an Symbolen. Nicht zufällig hat der Dom sieben Türme. Sieben ist die Anzahl der Sakramente. Sieben ist die Summe aus drei und vier, den drei göttlichen und vier weltlichen Tugenden. Drei und vier multipliziert ergibt zwölf, die Anzahl der Apostel und der Stämme Israels.

Im Inneren symbolisiert der Dom das Himmlische Jerusalem. Das Hauptschiff ist wie die Straße einer Stadt - Jerusalem - angeordnet, Seitenschiff und Empore bilden die mehrstöckigen Häuser mit ihren Eingängen und Fenstern. Die Ausmalungen der Wände erzählen biblische Geschichten. Der Grundriss der Kirche schließlich bildet das Kreuz ab, der Altar befindet sich im Zentrum, der Vierung.


Ein tolles Rätsel, danke! :yes:
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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon PdG am 15.03.2010, 22:22

Ja, genau! Der Limburger Dom :freu: (Honk hat natürlich sofort bei der tragisch-schönen St. Michael in Hildesheim nachgeschaut, ist nur auf sechs Türme gekommen und hat frustriert aufgegeben? :mpf: )

Hier ein Rätsel für die Herren Ingenieure aller Fachrichtungen (davon haben wir ein paar da :biggrin: ), und in zweiter Linie für die feurigen Kommunisten unter uns (... falls wir hier welche haben):

Bild (<- click auf das pic zum google-maps-Link)

Was ist auf dem Bild besonderes, und dann: was ist dessen Nebenbedeutung in der Geschichte unseres großen gelben Bruders? Viel Spaß! :freu:
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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon Olle Patentante am 16.03.2010, 10:21

Darf auch ich als nichtkommunistische Historikerin?
Also, wenn ich die Hinweise richtig deute, dann handelt es sich hier um die Eisenkettenbrücke von Luding. Diese ist erstmal natürlich ein Meisterstück der chinesischen Ingenieure (die damals noch Vorreiter und nicht Nachmacher waren :whistle: ), heute aber eher bekannt als Schauplatz einer Schlacht während des "Langen Marsches" der Chinesischen Kommunistischen Armee im Mai 1935, wobei die Meinungen/Darstellungen darüber auseinandergehen, ob das eine Schlacht war oder nicht. Als Propaganda jedenfalls kaum zu überbieten.
Auf diesem Bild sieht man sehr schön den kleinen Ufervorsprung unter der Brücke, der auch auf dem Satellitenbild sichtbar ist (wenn man genüg vergrößert...):

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(Wie sagte Seelefant: "Lönks!")

Naaa? Oder meinst Du was ganz anderes?
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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon PdG am 16.03.2010, 23:27

Sehr schön, Pati: Die Brücke von Luding, die erste Eisen-Hängebrücke der Welt, 1701 errichtet und damit 1 1/4 Jahrhunderte vor ihrem ersten europäischen Pendant - Pendant im Wortsinne :biggrin:

Luding war mit dieser Brücke das Tor von Zentralchina nach Tibet und 1935 das Nadelöhr Mao Tse-Tungs hoffnungslos unterlegener Roter Armee auf der Flucht vor den Regierungstruppen. Die handstreichartige Einnahme der Brücke aus der Hand von mit Chiang verbündeten lokalen Kriegsherren ermöglichte den Rückzug der Roten Armee aus Szechuan, die sonst aufgerieben worden wäre - eine kleine Passerelle als turning point der Weltgeschichte :wink:

Pati spricht von Propaganda - interessant und auf dem Satellitenbild gut erkennbar ist auch die spätere städtebauliche Inszenierung der Brücke durch eine axiale Paradestraße, die ohne Rücksicht auf dessen Struktur durch das bestehende dichte Stadtgewebe gehauen wurde, in seltsamer Missproportion zur Brücke - also: zur schmalen Passerelle - steht und auch in ihrer topographischen Einbettung völlig verunglückt ist - daran kann man paradigmatisch die Dummheit von durch ideologische Dogmen beherrschter Kunst sehen :rofl:
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Re: 1.000 Orte (Teil II)

Beitragvon moutardine am 19.03.2010, 18:15

hm... wohl spielen sich denn die folgenden skurrilen Alltagsszenen ab? :thinking:

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viel Spahaass! :winken:
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